Die Revision des Zonenplans am Beispiel Segetzquartier / Weitblick

1. Stellvertretend für viele weitere Quartiere beleuchten wir nachfolgend die geplante Aufzonung im Segetzquartier.

Das Segetzquartier Süd wurde um die 1960er Jahre im Rahmen einer Arealüberbauung vom bekannten solothurner Architeken Paul Wirz (der leider sehr früh verstorben ist) geplant und gebaut. Die Gebäudehöhen sind zum Beispiel vor Nord nach Süd abgestuft, ebenso sind Lage und Ausrichtung der Häuser akkurant aufeinander abgestimmt, die Häuser ähneln sich stilistisch. Mit zum Konzept gehören relative grosse Gärten. Sie prägen das Quartier und verfügen über eine wertvolle Biodiversität, die es zu erhalten gilt. Die hohe Durchgrünung der Gärten ist sehr wichtig für den Charakter und die Qualität des Quartiers als Gesamtes sowie des Strassenraums im Speziellen. Gerade in Zeiten des Klimawandels werden Grünflächen immer wichtiger, um ein erträgliches Stadtklima zu schaffen.

Nun soll nach den Plänen der Stadt eine Aufzonung von W2a nach W3b erfolgen. Was hiesse dies nun im Vergleich zum bestehenden Zonenplan? 
- neu wäre eine 3-fache höhere Gebäudehöhe möglich (z. B. entlang der Segetzstrasse)
- neu wäre eine Aufstockung um 2 Stockwerke möglich
- neu wäre es möglich, mitten in das EFH-Quartier Wohnblöcke zu stellen

Es ist klar, dass beispielsweise nach einem Eigentümerwechsel ein hoher Druck entstehen würde, die EFH abzureissen und durch MFH zu ersetzen. Diese Fremdkörper würden die städtebauliche Qualität des Quartiers nachhaltig zerstören. Die wertvollen Gärten würden zum grossen Teil abgeholzt und verschwinden. Charakter und Qualität des Quartiers gingen verloren.

Wollen wir Solothurnerinnen und Solothurner tatsächlich eine derartige Entwicklung? Das Szenario lässt sich durchaus auf andere Quartiere übertragen, wie Rückmeldungen zeigen.

2. Aufzonung Weiblick

Das Entwicklungsgebiet Weitblick grenzt im Osten an das Segetzquartier und im Westen an die Weststadt. Erkläres Ziel in diesem Zusammenhang soll sein, mit dem Weitblick die Weststadt mit der übrigen Stadt zu verbinden. Dies will man unter anderem auch damit erreichen, dass die Übergänge zwischen den Quartieren strukturell geglättet werden sollen.

Bisher wären diese Übergänge moderat gewesen. Im Wesentlichen grenzen zweigeschossige Zonen an dreigeschossige Zonen.

- neu sollen nun zweigeschossige Zonen an fünfgeschossige Zonen grenzen dürfen
- neu sollen auch Brüche innerhalb des Weitblick geschaffen werden, nämliche 3- 5-geschossige Bauten sollen gemischt werden.

Wie kann man Brüche glätten, wenn man bestehende Zonenbrüche grösser macht und in neuen Zonen neue Brüche schafft?